* Gedanken über Gaza, Israel und Frieden
Gedanken über Gaza, Israel und Frieden
von Sami Alphan
Durch die i
sraelischen Angriffe sterben Hunderte von Menschen in Gaza-Streifen. Durch die Wirtschaftsblockade von Israel hatte Israel international Ansehen verloren, durch den Raketenangriff von Hamas hat sie jetzt wieder auf sein Verteidigungs- und Existenzrecht berufend zumindest auf internationaler Bühne trotz seiner unverhältnismäßigen Reaktion und Einmarsch in den Gaza-Streifen eine von meisten Staaten kritisierte aber dennoch hingenommene Position erklommen, wie es von unserer Kanzlerin eindeutig in den ersten Tagen der Eskalation zur Aussprache gebracht wurde, weil Hamas durch diese Reaktion Israels provoziert habe.
So ist der allgemeine Mainstream und Stand der Dinge in den meisten europäischen Ländern und Medien, wenn man den Nachrichtenagenturen Glauben schenken soll. Da man nicht in der Lage ist die Wahrheit herauszubekommen, sollte man anhand der verschiedenen Szenarien versuchen, eventuelle Lösungen zu entwickeln, die langatmig sind und dem sinnlosen Töten der Menschen ein Ende setzen sollte.
1. Was muss Hamas machen, wenn die obige Darstellung der Wahrheit entspricht?
Was für eine Reaktion dieser Raketenangriff von Hamas bei Israel auslösen könnte, war leicht abzuschätzen. In der kurzen Geschichte Israels hatte man mehrmals diese schmerzliche Erfahrung mit der israelischen Armee gemacht, die ohne Gnade auf alles ohne weiteres schießt. Eine Nation, die unter Massada-Syndrom leidet, reagiert immer in denselben Verhaltensmustern, was keine Entschuldigung oder Rechtfertigung sondern nur eine Feststellung ist. Unabhängig davon, wie man zur Rechtsmäßigkeit Israels steht, sollte man sich so langsam als Muslim und auch als Hamas ja sogar als Palästinenser Gedanken darüber machen, welche Ergebnisse man mit solchen sinnlosen militärischen Angriffen Richtung Israel überhaupt erzielen kann und auslöst. Es ist immer dasselbe Program, das vor unseren Augen abspielt. Sie endet immer wieder mit derselben Niederlage für Zivilbevölkerung auf muslimischer Seite. Das Leben der Menschen und insbesondere der eigenen sollte aber ein unersetzliches und unantastbares Gut darstellen und auf jeden Fall sollte man jeden sinnlosen Angriff auf Israel unterbinden und auch bei der Strafe verfolgen, auch wenn es die Täter kurzsichtige Kriegsbesessene aus eigenen Reihen sind. In aller Welt ist das Leben eines einzigen Bürgers so kostbar, dass man dafür Millionen von Euros ausgibt, um diese aus der Gefangenschaft oder Kiddnaping befreien kann. Deutschland ist dafür berühmt.
Diese Spirale der Gewalt und Angriffen sollte endlich ein Ende haben. Muslime sollten auch den Verantwortlichen seitens der Hamas es nahelegen, wenn man sie humanitär unterstützt, dass man aus dem Leben des Propheten Schlüsse für eigene Situation ziehen sollte, der mit seinen Feinden, die kannibalisch auf den Leichnam seines Onkels herfielen, den Friedensvertrag von Hudaybiya schloss. Im Koran wird erwähnt, dass eine frühere aber kriegerische Einnahme Mekkas deswegen von Allah verhindert wurde, da in so einem Fall viele Gläubige in Mekka, die ihren Glauben verheimlichen, als kollateraler Schaden ums Leben kommen könnten. Man liest im Koran in der Sure Sieg/Fath: „Sie sind es, die ungläubig waren und euch fernhielten von der Heiligen Moschee und das Opfer verhinderten, seine Opferstätte zu erreichen. Und wäre es nicht um die gläubigen Männer und die gläubigen Frauen gewesen, die ihr nicht kennt und die ihr vielleicht unwissentlich niedergetreten hättet, so dass euch ihrethalben ein Unrecht hätte zugerechnet werden können (Er hätte euch erlaubt zu kämpfen, so aber tat Er es nicht), auf dass Allah in Seine Gnade führe, wen Er will. Wären sie getrennt gewesen, Wir hätten sicherlich jene unter ihnen (den Mekkanern), die ungläubig waren, mit schmerzlicher Strafe gestraft.“ (Koran: Fath/25)So kostbar ist das Leben der Gläubigen, die man nicht auf weiteres nihilistisch aufs Spiel setzen kann. Auch Hamas sollte überlegen, ihre eigenen Geschwister nicht als Kanonenfutter so billig herzugeben. Wenn Siege durch Militärpräsens und –übermacht zu erzielen wären, hätten USA in Wietnam und Irak gesiegt. Hamas ist gewiss militärisch nicht zu besiegen, aber Israel auch nicht.
Kann man diese Angriffe nicht unterbinden, so kann man in dem Falle von Staaten wie der Türkei Unterstützung bekommen, die mit oder ohne UN-Mandat eine Pufferzone herstellt und solche Angriffe unterbinden kann und in Folge dessen auch einen erneuten Angriff Israels auf Gaza-Streifen verhindert.
2. Geht man bei all den Gründen für den Angriff Israels auf Gaza-Streifen von einer israelischen Kriegspropaganda für den nächsten Wahlkampf aus, so ist ein solcher Militärschutz im Dienste des Friedens durch einen parteilosen Staat wie die Türkei immer noch von Nutzen, denn so könnte man auch klar beweisen, dass es keine Raketenangriffe auf Israel stattgefunden hat und Israel dies bitte schön mit handfesten Belegen vor die Augen führen muss.
3. Was die Demonstrationen gegen den Krieg in Gaza betrifft, so bin ich mir nicht sicher, ob diese Gehör bei denjenigen finden, die dem Krieg ein rasches Ende setzen könnten oder untätig bis jetz blieben. Wo demonstriert man zum Beispiel in europäischen Ländern, wenn man z.B. weiß, dass Ägypten als Nachbarland die Grenzen zum Gaza-Streifen nicht öffnen wollte und die Wirtschaftsblockade jetzt und damals praktisch somit erfolglos ausgehen könnte. Demonstrationsplätze sollten immer dort ausgesucht werden, wo die einflussreichen sitzen und sie direkt angesprochen werden können, nämlich vor Parlamenten der europäischen Staaten und vor den Botschaften der muslimischen und arabischen, untätigen Staaten. Eine Demonstration für den Frieden sollte auch mit friedlichen Parolen anfangen und enden.
4. Immer werden bei solchen schweren Zeiten Menschen zum Boykott der israelischen Produkte aufgerufen. Man soll Produkte, die mit den Barcodeziffern 729 anfangen, nicht kaufen. Abgesehen davon, dass es bei der Identifizierung des Herstellers auf dieser Weise Probleme gibt(http://www.inminds.co.uk/boycott-news-0073.html), ist in Deutschland ein solcher Boykottaufruf, durch den eine Jagd nach Barcodes ausgelöst wird, nicht sehr relevant. Das mag vielleicht für muslimische Entwicklungsländer seine Gültigkeit und Sinn haben, auf Deutschland übertragen ist es aber nicht konsequent.
Im Dienste des Friedens möge Gott uns zu solchen Taten und Handeln ermuntern und bewegen, die diesem Töten ein Ende setzen können.
nun hilft auch die türkei gaza und hat schon erste lebensmittel medizin dorthin gebracht
Nun geht es bei dem Konflikt aber nicht um eine religiöse Entscheidung zwischen Judentum und Islam, sondern politisch um Israel und Gaza. Vielleicht könnte man ein wenig Luft aus der Diskussion nehmen, wenn man diese beiden Aspekte nicht vermischt. Ich sehe diesen Blog dazu in besonderer Verantwortung…